Abgeschlossene Projekte

 

Projekt „Auswirkungen epilepsiechirurgischer Eingriffe auf den Lebensverlauf“
Teilnehmer dieser Studie sind Personen, die sich derzeit wegen ihrer Epilepsieerkrankung in der Universitätsklinik Erlangen aufhalten oder vor kurzem dort waren. Für einige Betroffene ist die Epilepsiechirurgie eine erfolgreiche Therapieoption auch nach jahrelanger aktiver Epilepsie, und es besteht eine Rate an Patienten, die nach einer solchen Operation anfallsfrei werden oder eine Besserung ihrer Anfallssituation erfahren. Der Erfolg epilepsiechirurgischer Eingriffe wird jedoch meist ausschlieߟlich anhand von Aspekten wie der Anfallsfreiheit oder dem Absetzen von antiepileptischer Medikation gemessen. Diese Aspekte reichen jedoch nicht aus, um den Lebensalltag als Betroffene/r vollständig darzustellen. Zahlreiche Faktoren im sozialen und beruflichen Bereich spielen zusammen und wirken sich auf das langfristige Resultat der Operation und somit die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten aus. Aus diesem Grund möchten wir zunächst Patientinnen und Patienten, die an einer aktiven Epilepsie leiden, aber sich (noch) nicht einer epilepsiechirurgischen Operation unterzogen haben, zu ihrem Lebensalltag befragen um später auch beurteilen zu können, welche Veränderungen im Lebensalltag möglicherweise mit der Operation verbunden sind.

Studien, die neben den medizinischen Faktoren kognitive, psychische und soziologische Veränderungen berücksichtigen, sind aber äußerst selten. Für uns ist es von großem Interesse, wie zufrieden die Betroffenen mit ihren verschiedenen Lebensbereichen im Augenblick sind. Daher ist das Ziel dieser Studie, diese Aspekte zu untersuchen und so Hinweise zu erhalten, welche Faktoren positiv zum Leben nach einer epilepsiechirurgischen Operation beitragen.

Die Teilnahme an der Studie ist unabhängig davon, ob die Patienten sich für oder gegen die Operation entscheiden werden oder bereits entschieden haben. Durch die Studie wird sich die Behandlung und Versorgung von Patienten mit Epilepsie zukünftig zu verbessern.

Projektleitung: Monika Jungbauer-Gans, Hajo Hamer

 

Ein empirischer Vergleich von CATI und Mixed-Mode (CATI und Web) Befragungen
Im Rahmen des beantragten Projekts soll untersucht werden, welche Konsequenzen speziell eine Umstellung von einer telefonischen auf eine Mixed Mode Befragung (telefonische und Web-Befragung) auf die Befragungsergebnisse hätte. Hierbei werden zwei Aspekte betrachtet. Zum einen interessiert der Selbstselektionseffekt hin zur Web-Befragung und dessen Auswirkung auf die Zusammensetzung der Inferenzpopulation und zum anderen wird das Antwortverhalten aufgrund unterschiedlicher Befragungsmodi analysiert. Mögliche Verzerrungen werden anhand von Gesundheitsfragestellungen untersucht: subjektive Gesundheit, Anzahl der Tage mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Gesundheitsverhalten wie beispielsweise Rauchen, Sport, Alkoholkonsum und selbstberichtete Krankheiten als Lebenszeitprävalenz etc. Bislang ist das Wissen um diese Effekte allgemein Gesundheitsfragen betreffend lückenhaft und besonders bei jüngeren Altersgruppen ist bis jetzt nur wenig über Mode-Effekte bekannt. Deshalb liegt die untere Altersgrenze der Zielpersonen für diese Studie bei 14 Jahren.

Projektmitarbeiter: Johann Carstensen

Projektleitung: Gerhard Krug und Peter Kriwy

 

Diversität und Erfolg von Organisationen
Das Projekt analysiert die Effekte von Diversität auf die Performanz von Organisationen. Die zentralen Untersuchungseinheiten der Studie sind Organisationen. Bisherige Studien untersuchen überwiegend Arbeitsgruppen bzw. selektiv ausgewählte, oft hoch qualifizierte Teams wie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen oder Aufsichtsräte. Die Studie verwendet ein multidimensionales Konzept von Diversität, wobei die organisationsdemographischen Merkmale sowohl einzeln als auch in Interaktion miteinander betrachtet werden, sodass Mechanismen kumulierender Vor- oder Nachteile aufgedeckt werden können. Die Auswirkungen der Diversität werden anhand verschiedener Performanz-Indikatoren analysiert. Die theoretischen Grundlagen des Projekts knüpfen an bei den Ansätzen der Diversitätsforschung, ressourcentheoretischen Ansätzen der Organisationssoziologie sowie bei ܜberlegungen aus der Populationsökologie. Für die empirischen Analysen werden wir Linked Employer-Employee Daten des IAB sowie Daten zur Struktur des regionalen Umfeldes nutzen. Der Datensatz setzt sich zusammen aus den Betriebsdaten des IAB Betriebspanels und individuellen Informationen über Beschäftigte aus den Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Projektmitarbeiter*innen: Antje Buche und Cornelius Peters (Universität Kiel)

Projektleitung: Monika Jungbauer-Gans und Annekatrin Niebuhr (Universität Kiel)

 

Vom Bachelor zum Master: Eine survey-experimentelle Längsschnittstudie zur Auswahl von Masterstudiengängen
Ziel des Forschungsprojektes ist es, theoretische und empirische Einsichten über den Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium zu fördern. Die große Mehrheit der Bachelor-Absolventen beginnt in Deutschland ein Masterstudium, deshalb fokussiert das Projekt die unterschiedlichen Master Wahlmöglichkeiten und die Auswirkungen der Entscheidung auf soziale Ungleichheit. Das Projekt konzentriert sich dabei auf rationale Handlungstheorien hinsichtlich der Entscheidungsfindung. Darüber hinaus werden aber auch theoretische Implikationen aus dem Bereich der „bounded rationality“ überprüft, die unterschiedliche Entscheidungsregeln annehmen und somit zu abweichenden Prognosen führen. Kernstück der Studie ist ein innovatives Längsschnittdesign mit zwei Erhebungswellen in Kombination mit Vignettenstudien und Choice-Experimenten: Dadurch lassen sich einerseits Determinanten von Verhaltensabsichten studieren und die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen Intentionen, tatsächlichen Verhaltensweisen und Ex-post-Rationalisierungen untersuchen. Auf der anderen Seite ermöglicht dieses Forschungsdesign eine genauere Betrachtung der Choice Sets und Abwägungen zwischen spezifischen Vor- und Nachteilen verschiedener Studiengänge. Das Projekt leistet zusätzlich einen methodischen Beitrag, indem es Bedenken hinsichtlich der prädiktiven Validität von Survey Experimenten thematisiert und die Anwendbarkeit des Ansatzes auf Übergangsentscheidungen in der Bildungsforschung untersucht.

 

Projektleitung: Tobias Wolbring

Projektmitarbeiter: Edgar Treischl

 

Soziale Ungleichheit im Wohnungsmarkt
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Knappheit von Wohnraum, insbesondere in städtischen Ballungsräumen, widmet sich das Forschungsprojekt zwei Fragekomplexen. Erstens untersuchen wir, welche Gruppen in welchem Maße von Wohnraumknappheit betroffen sind. Der zweite Schwerpunkt des Forschungsprojekts nimmt in den Blick, welche Folgen Wohnraumknappheit für die Wahl einer Wohnung, die räumliche Mobilität, die Familiengründung, die sozialen Netzwerke und die Lebenszufriedenheit einer Person hat. Ein besonderes Augenmerk des Forschungsprojekts liegt hier einerseits auf der Interdependenz verschiedener Lebensbereiche, anderseits auf Unterschieden nach dem sozio-ökonomischen Status in der Reaktion auf Wohnraumknappheit und in deren Folge für den Lebensverlauf.

 

Projektleitung: Tobias Wolbring